Danke an den Hanauer Anzeiger vom 26.04.18

 

Danke an den Hanauer Anzeiger für den tollen Artikel vom 18.11.17

Ärztin Gabriele Riedel-Schneider misst in der Straßenambulanz bei Hugo erstmal den Blutdruck. Foto: Renate Hoyer

Frankfurter Rundschau 14.08.2017 15:46 Uhr

 

„Im gesamten Main-Kinzig-Kreis existiert keine Straßenambulanz“, sagt Sabine Assmann. Nun gibt es eine, in Hanau im „Haus der Strassenengel“. Assmann ist die Vorsitzende des Vereins Strassenengel, der im März seine Tagesstätte im ehemaligen Nordbahnhof bezog. Die medizinische Versorgung von bedürftigen und obdachlosen Menschen stand für den Vorstand schon damals auf der Wunschliste.

Zuvor musste jedoch Geld für die Einrichtung eines Behandlungszimmers mit Liege und Medizinschränken aufgetrieben und um Ärzte geworben werden, die ehrenamtlich arbeiten. In wieweit die Straßenambulanz Akzeptanz finden wird, ist für den Verein noch ungewiss. Im Rhein-Main-Gebiet gebe es nur eine weitere in Frankfurt. Die Öffnungszeit in Hanau ist zunächst auf mittwochs 13 bis 15 Uhr festgelegt worden. Die Sprechzeit soll erst einmal für acht Wochen gelten.

Gabriele Riedel-Schneider, ,Internistin aus Offenbach, und Werner Haag aus Obertshausen, pensionierter Allgemeinmediziner mit Engagement im weltweit helfenden Verein German-Doctors, der Ärzte in armen und von kriegerischen Konflikten zerrütteten Ländern entsendet, helfen mit. „Es haben sich außerdem noch zwei Hanauer Ärzte gemeldet, falls weiterreichende Untersuchungen etwa mit Ultraschall erforderlich seien sollten“, sagt Assmann.

Auch ein Apotheker habe Unterstützung angekündigt. Die nahgelegene Lamboy Apotheke wolle Verbrauchsmaterial verschenken ebenso einige Arztpraxen. Das Ambulanzzimmer konnte mit einer Spende in Höhe von 8200 Euro ausgestattet werden, die der Frankfurter Spendensammelverein Bankers, Investors Spenden-Syndikate (BISS) überreichte.

Die Behandlungen laufen als „privat“. Die Genehmigung der Kassenärztliche Vereinigung wurde somit umgangen, sagt Assmann.

Menschen ohne Krankenversicherungen können die Ambulanz aufsuchen, aber auch solche, die eine Versicherungskarte besitzen, sich aber wegen ihres Lebens auf der Straße nicht in eine reguläre Praxis trauen.

Obdachlose mit Krankenversicherung würden jedoch zunächst an einen niedergelassenen Arzt verwiesen, der dem Verein bekannt ist. „Bei schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen bleibt den Nichtversicherten nur die Notaufnahme der Krankenhäuser“, sagt Assmann.

Wer sich in der Straßenambulanz behandeln lässt, zahlt keinen Cent dafür. Braucht der Patient ein verschreibungspflichtiges Medikament, erhält er dort ein Rezept für Privatpatienten. „Die Medikamentenkosten versuchen wir aus Spenden zu finanzieren“, sagt Assmann. Der Topf sei nicht groß, Förderer würden deshalb gesucht und Apotheker, die Arzneien günstig abgeben können.

Hautprobleme, offene und schlecht heilende Wunden sowie Infektionen zählen zu den Haupterkrankungen von obdachlosen Menschen, sagt Riedel-Schneider. Behandlunghemmnisse wegen der Lebensumstände der Patienten soll es nicht geben. „Wer heftig riecht, wird vorher unter die Dusche geschickt und kann danach frische Sachen aus der Kleiderkammer der Strassenengel anziehen“, sagt Assmann.

Riedel-Schneider ist nicht empfindlich. „Ich habe zehn Jahre in der Offenbacher Klinik gearbeitet und dort so manchen Obdachlosen behandelt“, sagt die Ärztin, die ihre Instrumente und Utensilien in einer klassischen Doktortasche verpackt hat. In der einfachen medizintechnischen Ausstattung des Ambulanzraumes sieht Riedel-Schneider keine Einschränkung. „Auch mit wenig kann man schon viel bewirken“, sagt sie. „Das Stethoskop allein ist sehr hilfreich. Ich habe ja zwei Ohren und ein Gehirn dazwischen“, sagt die Medizinerin

Danke an den Hanauer Anzeiger fürs berichten am 02.08.17 und Journalist  Rainer Habermann für den schönen Bericht!

Hanauer Bote hat 5 neue Fotos hinzugefügt.
14 Std.

+++ Familienleben der besonderen Art +++

„Haus der Strassenengel“ zieht nach drei Monaten positive Bilanz 

Hanau (nic). Freitagnachmittag, kurz nach 14 Uhr. In der Küche hängt noch der Duft des Mittagessens – Tortellini mit Tomatensoße gab es heute, doch die sind längst verspeist, die Küche sauber und aufgeräumt. Jetzt sitzen ein paar Leute draußen in der Sonne, rauchen und reden, während im Keller die Waschmaschine vor sich hin brummt. Im März hat das „Haus der Strassenengel“ am Nordbahnhof seine Pforten geöffnet, ein Ort, der Anlauf- und Bezugspunkt für Obdachlose und Bedürftige sein möchte. Einiges ist hier noch immer im Werden, aber nach und nach haben sich auch schon Strukturen gebildet, Abläufe verselbstständigt, Herangehensweisen bewährt. Unterstützung benötigen die Engel um Vereinsgründerin Sabine Assmann bei ihrer Arbeit aber nach wie vor – personell und finanziell.
„Wir sind mittlerweile ein ziemlich gut eingespieltes Team“, resümiert Assmann drei Monate nach der Eröffnung. 

Bis zu 15 Besucher kommen täglich

Zusammen mit derzeit zwölf Mitstreitern, die hier ehrenamtlich helfen oder über die Gerichtshilfe in das Projekt vermittelt wurden, kümmert sie sich montags, mittwochs und freitags um täglich etwa 10 bis 15 Besucher, die meisten davon obdachlos. „Manchmal stehen sie schon vor der Tür, wenn wir morgens aufschließen“, erzählt sie. Sie finden hier eine warme Mahlzeit, eine Duschmöglichkeit, Gelegenheit zum Wäschewaschen, Unterstützung im Umgang mit Behörden und nicht zuletzt offene Ohren für ihre kleinen und großen Sorgen und Nöte.
Im gemütlichen Wohnzimmer hat es sich an diesem Freitag nur Mischlingshündin Anna gemütlich gemacht, der es draußen offenbar zu heiß ist. Anna ist Everybody’s Darling im Haus und dass es ihr weder an frischem Wasser noch an Auslauf oder Kuscheleinheiten mangelt, dafür sorgen „Strassenengel“ und Gäste gleichermaßen überaus gewissenhaft. Und auch sonst, sagt Sabine Assmann, fördere man den Gemeinschaftssinn. Zu tun gibt’s bei den „Engeln“ immer was – und dafür werden auch die Gäste eingespannt. Straße kehren oder Wasserhahn reparieren? Assmanns Maxime lautet, dass jeder gibt, was er kann. An diesem Freitag hat sich Thommy die Küchentür vorgenommen, deren Rahmen gestrichen werden muss. Er wohnt im Steinheimer Männerwohnheim und gehört bei den „Strassenengeln“ fast schon zum Inventar. Vor der Kleiderkammer stapeln sich indes Säcke voll mit Kleidung und Decken, und dass die fein säuberlich sortiert in den Regalen landen, darum kümmert sich mit akribischer Sorgfalt „Engel“ Antje Sommer.
„Es ist schon ein bisschen wie in einer Familie hier“, befindet Assmann. In ihrem Büro hängen Spendenschecks an den Wänden und auch in den Regalen zeugen große Mengen an Hygieneartikeln, Konservendosen oder Schlafsäcken, allesamt fein säuberlich sortiert, von der nach wie vor großen Unterstützungsbereitschaft für das Projekt. Assmann bestätigt das. „Das ist schon Wahnsinn, wie manche hier helfen. Eine Frau hat vor kurzem bei der Aktion „Bares für Rares“ ihren Schmuck verkauft – und uns 450 Euro gespendet.“ Dennoch kann der Verein keine großen Sprünge machen, denn die laufenden Kosten wollen bezahlt werden. Sabine Assmann wünscht sich deshalb vor allem gesicherte Zahlungseingänge und hofft auf weitere Mitglieder im Verein, der aktuell etwa 100 „Engel“ zählt.
Die Einrichtung einer medizinischen Ambulanz im „Haus der Strassenengel“ war vor diesem Hintergrund ein Vorhaben, dessen Realisierung in der Kategorie „später mal“ stand, auch wenn Sabine Assmann sich die Möglichkeit einer medizinischen Versorgung für ihr Projekt von Anfang an gewünscht hatte. Dank einem Frankfurter Verein namens Biss e. V. hat sich jener Wunsch nun deutlich früher erfüllt als gedacht. „Ich hab’ erst mal an einen Scherz gedacht, als die sich bei uns gemeldet haben“, sagt Assmann. Dass ein bis dato völlig Unbekannter eine vierstellige Summe spenden möchte, kommt ja auch nicht jeden Tag vor. Doch tatsächlich hat Biss e.V. auch die Hanauer „Strassenengel“ in die Liste seiner Förderprojekte aufgenommen und 8.200 Euro dafür gespendet. Dank dieser stolzen Summe steht nun ein komplett eingerichteter Raum für die medizinische Versorgung zur Verfügung. Doch während Assmann und ihre Mitstreiter kleinere Blessuren selbst versorgen können, braucht es für komplexere Fälle selbstredend medizinische Fachkenntnis. Der Verein sucht deshalb Ärzte, die bereit wären, ehrenamtlich ein-, zweimal monatlich eine Sprechstunde zu übernehmen. „Wichtig wäre uns auch, jemanden zu haben, den wir im Notfall kontaktieren können“, sagt Assmann, denn es kommt nicht so selten vor, dass die Patienten nicht krankenversichert sind.

Kein „Blümchenjob“

Auch darüber hinaus sind Helfer im „Haus der Strassenengel“ jederzeit willkommen, um die Öffnungszeiten abzudecken. Vor allem montags hapert es derzeit und vor allem Männer werden gesucht. „Das ist kein Blümchenjob hier, wo es nach Lenor duftet“, sagt Sabine Assmann. Sie hat schon einige Helfer kommen und gehen sehen, denn nicht jeder, der helfen möchte, kommt mit der offensichtlichen Not der Betroffenen oder damit klar, dass es hier und da an der Körperhygiene mangelt. „Das muss man ab können“, sagt Assmann und meint damit auch die Schicksale, mit denen die Helfer zwangsläufig konfrontiert werden.
Zusätzliche helfende Hände jedoch werden die „Strassenengel“ künftig definitiv brauchen, denn spätestens im Winter will Assmann die Einrichtung jeden Tag öffnen und auch für die Betreuung der Notschlafplätze muss dann jemand vor Ort sein. Und so kreisen ihre Gedanken schon wieder um deutlich kühlere Tage, während das Thermometer fast tropische Werte anzeigt. Denn nach dem Arztzimmer gibt es längst das nächste Herzensprojekt, das realisiert werden will und im Winter den „Engeleinsatz“ auch auf der Straße ermöglichen soll: den Kältebus.

Fotos: Schmidt

 

Danke an die Offenbach Post und Laura Hombach für den schönen Artikel!

 

Hanau Post 20.07.17

Bitte keinen Müll oder Sperrmüll oder sonstigen Dreck mehr am Nordbahnhof im "Haus der StrassenEngel" abstellen!
Bitte den Dreck woanders ab stellen!!!

Das Gebäude wird im übrigen Video überwacht...

 

Hanauer Bote 

6. März um 12:10 · 

+++ Offene Türen für Bedürftige +++

Mit Kaffee und Kästner: „Haus der Strassenengel“ offiziell eröffnet

Hanau (hhl). Es ist vollbracht: Das „Haus der Strassenengel“ im ehemaligen Hanauer Nordbahnhof ist offiziell eröffnet. Bei der Feier am Samstag gab es viel Lob für das Projekt und ebenso viel Anerkennung für Initiatorin Sabine Assmann, die sich mit vielen Mitstreitern in den letzten Monaten unermüdlich für das Domizil für Bedürftige eingesetzt hatte. Neben anerkennenden Worten konnte sich Assmann auch über Spenden für die weitere Finanzierung des Hilfsprojekts freuen.
„Sie sind ein Leuchtturm des Ehrenamts hier im Main-Kinzig-Kreis“, sparte Landrat Erich Pipa nicht mit Lob und brachte einen Scheck über 2.000 Euro mit, die Sabine Assmann für die Anschaffung eines sogenannten Kältebusses für den Main-Kinzig-Kreis verwenden will. „Was hier entstanden ist, ist für mich ein kleines Wunder. Man sieht, was möglich ist, wenn Menschen an einem Strang und in eine Richtung ziehen“, würdigte auch Hanaus OB Claus Kaminsky das große persönliche Engagement Assmanns und die Begegnungsstätte, die als Anlaufpunkt für Obdachlose und von Altersarmut betroffene Menschen dienen wird. „Das soziale Netz ist nun ein wenig dichter geknüpft“, sagte Kaminsky und zitierte Erich Kästner mit „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Gleichwohl räumte der OB ein, angesichts des vorherigen Zustands der Nordbahnhof-Immobilie eine gehörige Portion Skepsis bei der Umsetzung des Vorhabens gehabt zu haben. Doch aus der maroden, von Schimmel befallenen Immobilie wurde durch viele Helfer und spendable Firmen innerhalb von wenigen Monaten ein modern-gemütliches Raumangebot. Sehr spendabel zeigte sich auch der „Interact-Club – Mensch sein für andere“ der Hanauer Otto-Hahn-Schule. Die Achtklässler organisierten ein Benefiz-Gospelkonzert und spendeten bei der Eröffnungsfeier den Erlös in Höhe von 1.500 Euro an die „Strassenengel“.
Sabine Assmann dankte in ihrer Ansprache unter anderem dem Rotary Club Hanau-Maintal, der eine Gastro-Küche gespendet hatte, sowie den vielen Handwerksbetrieben und ehrenamtlichen Helfern, die in allen Gewerken Unmögliches möglich und die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts zu einem Erfolg gemacht hatten. Nach all den Ansprachen und Glückwünschen wurde gefeiert – mit Gegrilltem, Salaten und vielen gespendeten Kuchen. Einziger Wermutstropfen: Im Vorfeld der Eröffnung hatte es anonyme Drohungen gegeben, bei der Feier Ärger machen zu wollen, wie Sabine Assmann berichtete. Die „Strassenengel“ hatten deshalb für ihre Feier um Polizeischutz gebeten.
„Strassenengel“-Gründerin Sabine Assmann, umrahmt von
Landrat Erich Pipa (links) und OB Claus Kaminsky.
Im gemütlichen „Wohnzimmer“ der Begegnungsstätte wartet eine große Anzahl hochkalorischer Leckereien. (Fotos: Hackendahl)

 Herzlichen Dank an den Hanauer Anzeiger

Bericht vom 06.03.17

Hanau Post vom 21.2.16 

 

 

 

Hanau Post vom 21.2.16 Beitrag Laura Hombach

 

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Main-Kinzig

Kältebus für Obdachlose

Jochen Dietz

 

Wie bereits in Frankfurt, soll auch durch den Main-Kinzig-Kreis ein Kältebus rollen. 

 Foto: Christoph Boeckheler

 

Der Verein Straßenengel wirbt um Sponsoren für seine Idee eines Kältebusses. Der Main-Kinzig-Kreis habe noch nichts Vergleichbares im Einsatz.

Der Hanauer Verein „Straßenengel“ will für den Main-Kinzig-Kreis ein Sozialfahrzeug anschaffen, das im Kreis auch als Kältebus für wohnungslose oder von Altersarmut betroffene Menschen eingesetzt werden kann. Er könnte zudem als Versorgungsfahrzeug das ganze Jahr über eingesetzt werden.

„Wir als Verein sind fest davon überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit der Polizei und den jeweiligen Ordnungsämtern der Städte im Kreis so etwas Gutes und seit langem Notwendiges auf die Beine stellen können“, sagt die Vorsitzende Sabine Assmann.

Der Main-Kinzig-Kreis habe noch nichts Vergleichbares im Einsatz. Kältebusse sind in Großstädten wie Frankfurt, Berlin, Hamburg, München unterwegs. Er soll eine Ergänzung der Notschlafplätze sein, wie es sie etwa in Hanau gibt. Der Bus, es könnte ein Ford-Transit-Neunsitzer sein, soll durch Sponsoren finanziert werden, die darauf mit ihren Logos werben können.

 Auch Landrat Erich Pipa (SPD) unterstützt die Idee. jo

 

Alle Infos bei Sabine Assmann, Tel. 0 61 81/30 62 123 oder 0152-34 28 03 46.

 

 

Hanauer Anzeiger vom 31.10.16 Bericht: Degen-Peters

 

 

Große Kleider und Schuhsammlung der StrassenEngel Hanau e.V. in Kooperation mit der AFH gGmbH- Altkleidersammlung für Hilfsbedürftige aus Hanau auf dem Parkplatz des Toom Baumarktes in Erlensee

 

Die AFH gGmbH ruft zur großen Kleider und Schuhsammlung zugunsten des StrassenEngel e.V.- Hilfe für Obdachlose und Bedürftige – auf. Wir sind als Mittelbeschaffungsorganisation für regionale Vereine und Organisationen darauf spezialisiert, durch den finanziellen Erlös von Kleidersammlungen diese zu unterstützen.
Am 29.10.2016 wird auf dem Toom Baumarkt Parkplatz in 63526 Erlensee- Langendiebach, Auf der Beune eine Kleidersammlung zugunsten des StrassenEngel e.V. durchgeführt. Wir bitten im Hinblick auf das Aktuelle Projekt des StrassenEngel e.V. um große Akzeptanz und Abgabebereitschaft bei der Bevölkerung, da das „Haus der StrassenEngel“, welches aktuell in Hanau entsteht dringend finanzielle Mittel benötigt.
Das „Haus der StrassenEngel“ soll eine Anlaufstelle für ältere Menschen die an der Armutsgrenze leben und außerdem eine Anlaufstelle für Obdachlose sein. Es wird eine Begegnungsstätte zwischen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern, bedürftigen älteren Menschen und Menschen die obdachlos sind, sowie ein Kommunikations- Zentrum in dem man Telefone, PC und WLAN nutzen kann geschaffen werden. Das „Haus der StrassenEngel“ wird eine Anlaufstelle sein, in der die StrassenEngel Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden anbieten werden! Aktuell Sammeln wir bereits mit Kleidercontainern Kleidung und Schuhe zugunsten der StrassenEngel und suchen auf diesem Wege noch Stellflächen von Privatpersonen oder Gewerbetreibenden. Weitere Info hierzu unter www.strassenengel.org oder www.afhggmbh.de.
Wir bedanken uns schon jetzt bei allen, die uns helfen werden dieses Projekt in die Tat umzusetzen! Vielen Dank an das Toom Baumarkt Team Erlensee, welches uns die Flächen zur Sammelaktion am 29.10.2016 zur Verfügung stellt!!

 

Hanauer Post Juli 2016

Hanauer Bote 6. Juli 

+++ Party im Blaumann +++

Abrissparty bei den "Strassenengeln"

Hanau (nic). Abendkleid und Smoking waren eher weniger gefragt bei der „Party“ zu der der Verein „Strassenengel“ für Samstag eingeladen hatte. Dort gab‘s auch weder leckere Häppchen noch kühle Drinks, dafür aber jede Menge Arbeit, die in den Räumlichkeiten des Hanauer Nordbahnhofs auf die Gästeschar wartete. Dort soll – im Idealfall noch in diesem Herbst – das Domizil des Verein entstehen (wir berichteten), das „Haus der Strassenengel“ als Anlaufstelle für Bedürftige.
Weil dafür aber zunächst mal die Spuren eines jahrzehntelangen Leerstands beseitigt werden müssen, hatte „Strassenengel“-Gründerin Sabine Assmann zur großen „Abrissparty“ eingeladen. 15 fleißige Helfer waren dem Aufruf gefolgt und packten ab morgens 10 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein kräftig mit an, so dass sich die von der Stadt zur Verfügung gestellten Container zusehends mit altem Mobiliar und Bauschutt füllten. Sperrmüll wurde herausgeschleppt, Fußbodenbeläge entfernt, schimmelige Tapeten abgetragen. Sichtlich erschöpft und von einer dicken Staubschicht überzogen blickten die Helfer bei einer Verschnaufpause auf die Früchte ihres engagierten Einsatzes. Und wenngleich der Muskelkater am nächsten Tag mörderisch gewesen sein dürfte, hatten die Helfer gern ihren freien Samstag für diesen Einsatz geopfert. „Es tut gut, etwas Gutes zu tun“, sagte Marielle Couric, die seit den Morgenstunden im Einsatz war. Noch in dieser Woche wird sich Sabine Assmann mit Fachleuten zu einer Bestandsaufnahme vor Ort treffen, die wiederum die Grundlage für einen konkreten Renovierungsplan sein soll.

 

Bericht: Nicole Schmidt

 

 

Artikel vom 03. Juli 2016 - 18:22

Von Rainer Habermann

 

Hanau. Voraussichtlich ab Herbst wird es eine neue Begegnungsstätte für Obdachlose im ehemaligen Wartesaal des Nordbahnhofs geben. Am Wochenende wurde dort erst einmal „Party gemacht“. Allerdings keine gewöhnliche: viele helfende Hände beteiligten sich an der „Abrissparty“. Denn der Bahnhof muss komplett entkernt werden.

 

Ein Bauunternehmer verpachtet die Baulichkeiten am Nordbahnhof, für eine symbolische Miete und die Nebenkosten. Sabine Assmann ist Gründerin sowie Vorsitzende des Vereins „Straßenengel“, mit Gründungsjahr 2015.

Er mietet die Räume an, hat sich zum Ziel gesetzt, für Obdachlose, aber auch für andere Menschen in den Randbereichen der Gesellschaft, eine Anlaufstelle zu schaffen.

Begegnungsstätte mit Suppenküche und Kleiderkammer

Ältere Menschen an der Armutsgrenze, beispielsweise, sollen im früheren Nordbahnhof eine Suppenküche vorfinden, eine Kleiderkammer soll eingerichtet werden, eine Straßen-Ambulanz mit ehrenamtlichen Ärzten und Psychologen die Menschen betreuen und beraten.

Außerdem soll Wohnsitzlosen die Nutzung von Duschen und Toiletten ermöglicht werden, ein Kommunikationszentrum mit Telefonen, PCs und W-Lan ist geplant.

"Abrissparty" ist erster Schritt zur Entkernung

Das alles hört sich sehr gut an – und ist es auch, liegt aber noch in weiter Ferne. Am Samstag startete Assmann zunächst einen Aufruf über Facebook, Hand und Hirn anzulegen bei einem äußerst staubigen Geschäft: „alles muss raus“.

Nicht etwa im Sommerschlussverkauf – obwohl strömender Regen und mäßige Temperaturen den Sommer bereits als vergangen erscheinen ließen. Trotz des miesen Wetters waren rund 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer präsent, darunter auch etliche Handwerker mit Flex, Abbruchhammer und anderem Gerät.

Die Stadt Hanau stellte kostenlos Container bereit, in denen sich Müll und Schrott bereits früh stapelten. Sogar Mitarbeiter des Erlenseer Bauhofs waren im Einsatz, freiwillig und auf Empfehlung von Bürgermeister Stefan Erb, wie Assmann betonte.

Modelleisenbahner entsorgten Reste

Der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Hanau, Klaus-Peter Aigenmann, griff gemeinsam mit Modellbahnkollegen des Vereins ebenfalls zur „Abrissbirne“.

In den Katakomben des Bahnhofs befand sich früher mal das Domizil der Modelleisenbahner; noch heute zeugen Reste von Gleisen, Brücken und Gipstunnels vom einstigen Modellbahnbetrieb. Seit Samstag nicht mehr, oder nur noch „bruchstückhaft“.

Handwerker sagen Hilfe zu

„Alles muss raus“: das schafft man natürlich nicht an einem Tag. Deshalb setzen die „Straßenengel“ auch auf weitere tatkräftige Unterstützung. Denn alles muss auch wieder rein: kernsaniert, und neu.

Die Idee, im alten Bahnhof Obdachlosen und anderen Bedürftigen ein Domizil einzurichten, stößt auf breite Resonanz, wie die quirlige „Straßenengel“-Gründerin bestätigte. So wird sie sich am kommenden Freitag mit der Kreishandwerkerschaft (KHS) treffen.

Axel Hilfenhaus, Geschäftsführer der KHS, hat der rührigen Vorsitzenden Hilfe und Unterstützung zugesagt. Die Handwerker versprechen „Manpower“, so Assmann.

Sponsoren und Helfer gesucht

Trotzdem braucht's natürlich noch jede Menge Spenden, um nach dem „dreckigen Geschäft“, der Entkernung, auch wieder aufzubauen und einzurichten. Sponsoren sind gefragt, unter www.strassenengel.org oder der Telefonnummer 0152 - 34 28 03 46 (Sabine Assmann), gibt es weitere Informationen.

 

Am Samstag schrieb Assmann auf Facebook: „Yipiiiieeeh – Projektstart! Mächtig viel Staub, viel harte Arbeit und tolle Helfer... die erste Abrissparty hat schon viel bewegt - auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt.“

Den „Spruch des Tages“ aber lieferte Antje Sommer, mit ihrer bunten Haarpracht eine Art „Aushängeschild“ und hart anpackende Helferin des Vereins: „Bei schönem Wetter kann das ja jeder.“

Hanauer Bote 23. Juni 

+++ 160 Quadratmeter Müll müssen raus +++

Nordbahnhof soll Domizil der „Strassenengel“ werden / Helfer gesucht

Hanau (nic). Es braucht Zuversicht und Fantasie. Genaugenommen sehr viel von beidem. Ein marodes, altes Gebäude, das mehr als 20 Jahre leer stand, wieder nutzbar zu machen, ist nicht eben ein Fix-mal-fertig-Projekt. Doch alt und marode oder nicht – für Sabine Assmann und die „Strassenengel“ ist das alte Bahnhofsgebäude ein echter Glücksfall. Dort nämlich, wo sich einst die Gaststätte des Hanauer Nordbahnhofs befand, soll das Domizil des Vereins entstehen.

Recht schnell nachdem Assmann, die sich schon seit 15 Jahren in der Obdachlosenhilfe engagiert, im vergangenen Jahr den Obdachlosen Lutz aufgegriffen, den Verein „Strassenengel“ ins Leben gerufen und so manche Aktion gestartet hatte (wir berichteten mehrfach), war die Idee einer Anlaufstelle für Obdachlose, Bedürftige und Menschen, die an der Armutsgrenze leben, geboren. Und wer Sabine Assmann kennt, der weiß um ihre Hartnäckigkeit, wenn sie sich eine Sache in den Kopf gesetzt hat. Dass es so schnell gehen würde, hätte allerdings auch Berufsoptimistin Assmann nicht gedacht – umso größer ist nun die Freude, dass der erste Schritt für ihr „Haus der Strassenengel“ gemacht ist. Ein benachbarter Unternehmer hat das gesamte Bahnhofsgebäude erworben und sich bereiterklärt, den Bereich der früheren Gaststätte für einen symbolischen Mietpreis von monatlich 100 Euro an den Verein zu vermieten.

Schimmelwände und Fenster ohne Scheiben

Dieser muss im Gegenzug die Sanierung selbst stemmen – ein Mammutprojekt, wie ein Blick in die Räumlichkeiten zeigt. Hinter zugenagelten Fenstern bietet sich ein aktuell wenig ermutigendes Bild – der Zahn der Zeit hat den Räumlichkeiten sichtbar zugesetzt, der Leerstand ein Übriges getan: Putz bröselt von Wand und Decke und Tapetenstreifen baumeln herab, eine Schimmelschicht zieht sich an den Wänden entlang. Es riecht muffig und eine dicke Schmutzschicht umhüllt das alte Mobiliar, das überall herumsteht. „Das wird eine Kernsanierung hier, da muss wirklich alles raus, von der Tapete bis zu Fenstern, Türen und Böden“, sagt Assmann und legt die Stirn in Falten. Doch gleichwohl offensichtlich ist, dass es hier eine große Herausforderung zu bewältigen gilt, bevor das „Haus der Strassenengel“ seine Pforten öffnen kann, ist Assmann nicht bang. „Ich habe mein eigenes Haus auch selbst saniert – das ist 300 Jahre alt und Fachwerk“, sagt sie entschlossen. 

Neben offensichtlich vorhandener Zuversicht benötigt der Verein für die Umsetzung des Projekts nun vor allem Unterstützung – sei es in Form von Geldspenden, Material oder einfach Menschen, die selbst unentgeltlich mit anpacken. Assmann hofft auf Privatleute ebenso, wie auf möglichst viele Handwerksbetriebe aus dem Main-Kinzig-Kreis, die ihre Dienste für eine gute Sache zur Verfügung stellen. „Vom Heizungsmonteur über den Elektriker bis zum Malermeister können wir hier wirklich jeden beschäftigen“, versichert die „Strassenengel“-Gründerin. Daneben braucht es Sanitäranlagen, Wandfarben, Elektrogeräte für die Küche, Lampen und, und, und – die Liste ist lang. „Wir sind dankbar für jeden Meter Kabel und jeden Lichtschalter, den vielleicht die eine oder andere Firma erübrigen kann“, sagt Assmann, die für Entrümpelung, Abbrucharbeiten und Renovierung etwa 200.000 Euro kalkuliert.

Straßenambulanz und Suppenküche

Das „Haus der Strassenengel“ soll auf 160 Quadratmetern eine Anlaufstelle für Obdachlose, aber auch für ältere Menschen sein, die an der Armutsgrenze leben. Neben der Nutzung von Sanitäranlagen und Duschen sollen Menschen ohne Zuhause hier im Winter auch Notschlafplätze finden. Spinde sollen zur Aufbewahrung persönlicher Sachen zur Verfügung gestellt werden. Daneben plant Assmann eine Suppenküche und möchte Bedürftigen die Nutzung von PCs ermöglichen. Die Einrichtung einer Straßenambulanz ist ebenso geplant, und auch eine Kleiderkammer soll in der Einrichtung zu finden sein. Ein großzügiger Keller ermöglicht es zudem, Sachspenden wie Konserven oder Hygieneartikel aufzubewahren. 

Fertig sein soll das „Haus der Strassenengel“ bestenfalls bereits im kommenden Herbst, doch Assmann weiß, dass das ein ambitioniertes Ziel ist. „Ich denke trotzdem, dass wir das hinbekommen, wenn wir möglichst viele Unterstützer finden“, sagt Assmann und zupft sich ein paar Spinnweben von der Schulter. „Und wenn hier erst mal alles leer ist, sieht man auch schon ein bisschen Licht am Ende des Tunnels“. Zur großen Abrissparty am Samstag, 2. Juli, laden die „Strassenengel“ deshalb alle herzlich ein, die mit anpacken wollen. „Alles muss raus“ lautet die Tagesaufgabe und die ist durchaus wörtlich zu nehmen: Sämtliches noch im Gebäude befindliche Mobiliar – alte Möbel, gammelige Teppiche und sonstiger Unrat – muss weg. Die Stadt stellt für diesen Tag Container bereit, die gefüllt werden wollen – willkommen sind daher alle, die die Ärmel hochkrempeln möchten, ab 10 Uhr morgens. Daneben freuen sich die „Strassenengel“ ebenfalls über Helfer, die für Speisen und Getränke sorgen.

Wer den Verein und das Projekt unterstützen möchte, kann sich unter Tel. 0152/34280346 oder unter www.strassenengel.org informieren.

Und wo fangen wir an? Bis hier das „Haus der Strassenengel“ eröffnen kann, liegt unübersehbar ein hartes Stück Arbeit vor Sabine Assmann und ihren Mitstreitern.

 

Einst gab es in der Gaststätte am Nordbahnhof Bier und Bockwurst, doch schon seit Jahren steht das Gebäude leer. (Fotos: Schmidt)

 

 

 

 

 

 

 

Strassenengel braucht jetzt selbst Hilfe!

 

Sabine Assmann hilft Obdachlosen in Hanau auf die Beine.

Hanau – Sabine Assmann hilft denen, die sich selbst kaum noch helfen können. Mit ihrem Verein Strassenengel kümmert sie sich um die Bedürfnisse von Obdachlosen. Doch die Wohltäterin braucht jetzt selbst Hilfe.

 

Wen sie unter ihre Engelsflügel nimmt, friert im Winter nicht mehr ganz so schlimm. Dann knurrt der Magen etwas seltener. Und das nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Sabine Assmann, Gründerin des Vereins Strassenengel, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Obdachlosen aktiv und dauerhaft zu helfen. Seit 15 Jahren macht sie das schon. Den Verein hat sie erst vergangenen Juli gegründet. Im Idealfall schafft es Assmann Obdachlose zurück in die Sesshaftigkeit zu bringen. Mit einer Adresse, einem eigenen Bett, vielleicht sogar einer Arbeitsstelle. Dafür hilft sie bei Behördengängen, Anträgen und Bewerbungen. Und das ist nicht immer so einfach. Denn Obdachlose hält es nicht lange an einem Ort. „Je nach Kommune bekommt ein Obdachloser einen Tagessatz zwischen zehn und 13 Euro ausgezahlt. Für höchstens sieben Tage. Dann ziehen die meisten weiter“, sagt Assmann, die zurzeit 25 Menschen in ihrer Obhut hat.

Viele Obdachlose schämen sich für ihre Situation

Während andere mit verächtlichen Blicken an den menschlichen Schicksalen vorbei gehen, krempelt sie die Ärmel hoch. Assmann ist dafür sieben Tage die Woche im Einsatz. Dann besucht sie die Obdachlosen und verteilt eine warme Mahlzeit, einen Schlafsack, Tierfutter, einen wärmenden Mantel oder es geht zum Friseur. „Viele, die ganz unten angekommen sind, wünschen sich aber in erster Linie jemanden zum Reden“, sagt die Hanauerin. Eines der größten Probleme jedoch ist das Stigma, das jedem Obdachlose anhaftet: „Dass alle Obdachlosen Alkoholiker sind, ist Blödsinn“, sagt Assmann. Alkohol spiele zwar eine Rolle. Er wärmt und betäubt. Aber er ist längst nicht für jeden wichtig, um durch den Tag zu kommen. Und: „Echte Obdachlose betteln nicht. Im Gegenteil. Viele schämen sich für die Situation in die sie geraten sind“, sagt Assmann.

Doch selbst wer ein Dach über dem Kopf habe, ist von der Grausamkeit der Straße bedroht. Vor allem ältere Frauen: „Ich habe viele Seniorinnen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen“, sagt Assmann. Auch für solche Fälle, fühlt sie sich zuständig.

Der Straßenengel sucht ein Domizil

Wie für René. Er lebt seit 20 Jahren auf der Straße. Schuld ist ein schwerer Schicksalsschlag. Seine Frau und seine Tochter sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Danach hatte der heute Endvierziger keine Kraft mehr. Keine Kraft sein Geschäft alleine weiterzuführen, Briefe zu öffnen, Rechnungen zu bezahlen. Heute sieht er sich als Berber. Eine Art Wandersmann. Hin und wieder erledigt er Garten- und Landschaftsbauarbeiten. Das ist wichtig für ihn. Nicht nur um etwas Geld zu verdienen. Sondern um eine Beschäftigung zu haben. Leidensgenosse Lukas leistet ihm Gesellschaft. Sie passen aufeinander auf, dass sich keiner an einem trüben Tag hängen lässt.

Assmann weiß, dass ihre ehrenamtliche Arbeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Zumal die Flüchtlingskrise auch die Arbeit der Hanauer Helferin schwieriger gemacht hat. Es gibt kaum noch Schlafplätze oder Räume in einer Wohnungslosenhilfe.

Umso wichtiger wäre eine feste Anlaufstelle für Obdachlose in Hanau. Mit einer Essensausgabe und Schlafplätzen. Doch bislang ist Assmanns Suche erfolglos geblieben. Wenigstens einen Namen für das Obdachlosen-Domizil hat sie schon: Haus der Strassenengel

  • AUTOR
    Dirk Beutel

  • Rhein-Main EXTRA TIP vom 06.03.16

 

 

*Frankfurter Rundschau*  den 15.02.16

*Offenbach Post* den 15.02.16

*Hanauer Anzeiger* vom 30.01.16

*Bild Woche* Nr.2 07.01.16

Momentema, Ausgabe Winter 15/16:

 

 

Hanauer Anzeiger vom 18.12.15:

 

 

Hanauer Anzeiger  *Mainleben*  vom 12.12.15:

 

 

Hanauer Anzeiger vom 09.12.15:




Zeitschrift "Closer" vom 11.11.15:




Hanauer Anzeiger vom 01.10.15:




Hanauer Anzeiger vom 30.09.15:



Die erste gelungene Aktion der Strassenengel fand am 27.09.15 auf dem Hanauer Marktplatz statt:

 

Sabine Assmann: Ich bedanke mich im Namen der Strassenengel bei allen Helfern und bei allen Unterstützern in Form von Sach- und Geldspenden. Ihr wart alle großartig, ohne euch wäre das niemals zu stemmen gewesen!!! 1000 Dank für diesen wunderbaren Tag!

 

Danke Norbert Hybnersson für die tollen Bilder und den tollen Beitrag.

 

Danke an Nicole Schmidt vom Hanauer Boten für ihre tollen Berichte. Sie trifft durch ihre Gespräche mit Obdachlosen auf große Bewunderung bei diesen Menschen.


Danke auch an den Hanauer Anzeiger für euer Erscheinen, die tollen Berichte und Hilfe bei Problembekämpfung und das dadurch gezeigte Interesse für den Strassenengel e.V.

 

Ich bedanke mich beim Martin Luther Stift für das Essen und bei allen, die die leckeren Kuchen und Muffins gebacken haben sowie für die Getränke. Bei der Bäckerei Schilling bedanke ich mich für Kuchen und Brötchen und bei mir für 10 Kilo Nudelsalat.

 

 

 

 

Beitrag Strassenengel main.tv:

 

http://www.main.tv/mediathek/video/land-und-leute-mit-sabine-assmann-aus-hanau

 

 

 

 (Quelle Hanauer Anzeiger vom 4.September 2015)

 

 

Im Hanauer Anzeiger vom 03.09.15:

 

Hanau (ju). Die Kosmetikerin Sabine Assmann aus Steinheim ist eine Frau der Tat. Wenn andere reden, packt sie an. Seit einigen Wochen betreut sie einen 71-jährigen Rentner, der in der Obdachlosenunterkunft in Steinheim lebt. Da der Mann schwer krank und sehbehindert ist, setzt sie sich dafür ein, dass er eine neue Bleibe findet.

Bei Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat sie vorgesprochen und erreicht, dass der OB mit ihr die Unterkunft besucht und sich selbst von den dortigen Umständen ein Bild macht. Mit ihrem Verein «Straßenengel», den sie kürzlich gegründet hat, hofft sie Mitstreiter zu finden, die sie bei der Arbeit für Bedürftige unterstützen.
Mehr Infos im HANAUER vom 4. September 2015

http://www.hanauer.de/ha_50_110958728-29-_Strassenengel-hil



Im Hanauer Boten vom 01.09.15:

 

+++ "Kein Mensch verdient es, so zu leben" +++

Sabine Assmann hat ein Herz für Bedürftige - und den Verein „Strassenengel“ gegründet

Hanau (nic). Die eine Welt von Sabine Assmann ist rosarot. Rein farblich, wenn man sich auf die entsprechende Website klickt, aber durchaus auch im übertragenen Sinn. In dieser Welt geht es um Schönheit und ein jugendliches Aussehen, um perfekte Nägel und akkurat gezupfte Augenbrauen, um Cremes, Peelings und Masken. In dieser Welt arbeitet Assmann als Kosmetikerin in ihrem eigenen Studio in Steinheim, fährt Harley, spielt Golf. Es ist eine Welt, die mit menschlichem Leid, Elend und Verwahrlosung nicht viel zu tun hat, doch für Sabine Assmann sind auch all diese Dinge ein Teil ihrer eigenen Lebenswirklichkeit. Sie ist ein „Strassenengel“ und kümmert sich ehrenamtlich um obdachlose und bedürftige Menschen. Aktuell gilt ihre Fürsorge ganz besonders einem Hanauer, der im Wohnheim in der Steinheimer Ludwigstraße in menschenunwürdigen Zuständen lebt.

Alles begann eigentlich schon vor über 14 Jahren. „Damals habe ich mal einem Obdachlosen an der Frankfurter Hauptwache meine Jacke geschenkt, und damit fing eigentlich alles an“, erinnert sich Sabine Assmann und spricht von dem immer stärker werdenden Wunsch, Menschen zu unterstützen, die in ihrem Leben nicht so viel Glück hatten wie sie selbst. Von da an engagierte sich die gebürtige Frankfurterin in ihrer Heimatstadt bei der Tafel oder dem Verein „Streetangels“, sammelte für Bedürftige, unterstützte Obdachlosenspeisungen. Anfang Juli beschloss Assmann dann, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und ihrem Engagement einen rechtlichen Rahmen zu geben: Der Verein „Strassenengel“ war geboren, der Obdachlose und Bedürftige in Hanau und dem Rhein-Main-Gebiet unterstützen will.

„Ich habe ein Helfersyndrom“

Wenn man Sabine Assmann fragt, warum sie all das macht, zuckt sie mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Meine Freunde sagen immer, ich hätte ein Helfersyndrom“, schmunzelt sie. Und eben diese ausgeprägte soziale Ader war es wohl auch, die Sabine Assmann bewog, anzuhalten, als sie vor ein paar Wochen vor dem Steinheimer Wohnheim einen völlig verwahrlosten und verzweifelten Mann sitzen sah. „Er saß da und weinte, und ich stieg aus dem Auto und fragte, was mit ihm los sei“, erzählt Assman von ihrer ersten Begegnung mit Lutz, 71 Jahre alt und seit kurzem obdachlos. 
Wenn man die beiden heute zusammen im Café sitzen sieht, wo Sabine Assmann ihrem Schützling ein Rosinenbrötchen nach dem anderen bestellt (“Der Lutz ist Vegetarier.“), die dieser sich erfreut schmecken lässt und dabei einen recht zufriedenen Eindruck macht, wirken sie auf eine seltsame Art vertraut, obwohl sie sich kaum kennen. „Wie siehst du denn schon wieder aus“, schimpft Assmann mit gespielter Empörung und tupft Lutz mit einer Serviette einen Rest Tomatensauce vom Mundwinkel. Lutz ist das, was man gemeinhin als Messi bezeichnen würde, er kommt im Alltag nicht mehr allein zurecht und hat deshalb schon seit Jahren einen gesetzlichen Vormund. Diesen allerdings hatte der 71-Jährige eigenen Aussagen zufolge schon längere Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen. Nachdem seine Wohnung im April zwangsgeräumt wurde, landete er deshalb erstmal ein paar Tage auf der Straße und kam schließlich in dem Steinheimer Wohnheim unter. Dort griff Sabine Assmann ihn auf, am Boden zerstört, weil er im Wohnheim wieder und wieder bestohlen worden war. „Die haben mir mein Geld aus der Hosentasche geklaut, und sogar meine Brille“, schimpft Lutz empört. Sabine Assmann nickt. „Da kann man nicht mal Klamotten rumliegen lassen, wenn ich ihm ein Duschbad oder frische Socken vorbeigebracht habe, war das am nächsten Tag weg“, berichtet sie. 
Nachdem sich Assmann der Geschichte angenommen hatte, habe sein Betreuer nun jedoch einiges bewegen können, erzählt sie. „Es kommt jetzt jemand von der Krankenkasse wegen der Pflegestufe, und Lutz steht auf der Liste für einen Platz in einem Pflegeheim in Maintal.“ Auch den Pflegedienst ihres Schützlings hat sie ausfindig machen können, so dass er nun auch wieder Unterstützung bei der Körperpflege bekommt. „Er kriegt das allein einfach nicht mehr hin“, sagt Assmann. Dementsprechend sei sein Zustand gewesen, als sie ihm zum ersten Mal begegnet sei, berichtet Assmann und zeigt ein Foto von Lutz, das so gar nichts gemein hat mit dem Mann am Tisch, der saubere Kleidung trägt, frisch rasiert ist und gepflegt wirkt. Daneben war Assmann bestürzt über die Umstände, in denen ihr Schützling in dem Wohnheim lebt. Die Zustände in dem 15 Quadratmeter großen Zimmer, das Lutz mit zwei anderen Wohnsitzlosen teilt, sind desaströs, der Müll stapelt sich, vergammelte Lebensmittel liegen herum. Assmann hat in all den Jahren ihrer Arbeit mit Obdachlosen und Bedürftigen „so einiges“ gesehen, die Verhältnisse in dem Steinheimer Wohnheim haben aber auch sie schockiert. „Ich hoffe sehr, dass das bald klappt mit dem Pflegeheim, das ist einfach kein Zustand dort“, sagt Assmann. Lutz selbst sieht das ganz ähnlich. „Ich hoffe, dass meine Pechsträhne jetzt mal vorbei ist“, meint er. 
Doch damit ist es für Sabine Assmann nicht getan, denn über ihren Verein will sie sich auch dafür einsetzen, die Situation in dem Steinheimer Wohnheim zu verbessern. „Kein Mensch hat es verdient, so zu leben“, sagt sie 47-Jährige bestimmt.

„Standards werden eingehalten“

Das Haus in der Ludwigstraße, das der Hanauer Baugesellschaft gehört und in dem aktuell 14 Wohnungslose und 29 Asylbewerber untergebracht sind, war bereits im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem die Steinheimer Kirchengemeinden über einen ehemals dort untergebrachten Asylbewerber von „katastrophalen Verhältnissen“ dort erfahren und sich an den Ortsbeirat gewandt hatten. Daraufhin waren Wände gestrichen, defekte Küchenherde ausgetauscht und der Hausmeisterdienst verstärkt worden. Die Stadt verweist auf Nachfrage nun darauf, dass die Bewohner für den Zustand der von ihnen bewohnten Räumlichkeiten generell selbst verantwortlich seien. Vor Ort sei ein von der städtischen Obdachlosenhilfe beauftragter Hausmeisterdienst, der die Flure, Küchen, Sanitäranlagen und den Außenbereich reinige. Eventuelle Missstände würden gemeldet und dann in Abstimmung mit der Abteilung Obdachlosenhilfe der Auftrag für eine etwaige Reinigung erteilt. Hierfür sei jedoch generell die Zustimmung der in diesem Zimmer untergebrachten Personen notwendig, heißt es seitens der Stadt. Weiterhin würden die „Standards einer Gemeinschaftsunterkunft“ eingehalten, bislang seien vom Kreisgesundheitsamt „keine hygienischen Mängel“ festgestellt worden. Weiterhin werde die von der Stadt im vergangenen Jahr angekündigte Verlegung der in dem deutlich überbelegten Haus untergebrachten Flüchtlinge in die Unterkunft auf dem Sportsfield-Areal „in den nächsten Wochen veranlasst“. Zu der Frage, warum eben das im Hinblick auf das bedingt durch die Struktur der Bewohner erhebliche Konfliktpotential in der Steinheimer Unterkunft nicht gleich mit der Eröffnung des neuen Flüchtlingswohnheims geschah, äußert sich die Stadt indes nicht. 
Für Sabine Assmann waren die vergangenen Wochen nervenaufreibend und anstrengend. „Manchmal staune ich selbst über mich, und wundere mich, dass ich noch nicht zusammengeklappt bin“, resümiert die 47-Jährige, die ihren Schützling Lutz nach wie vor nach Kräften unterstützt. „Ich erledige seine Wege mit ihm, wasche seine Wäsche, und nebenbei habe ich ja auch noch ein Geschäft zu führen“, sagt sie. All das zahlt Assmann aus eigener Tasche, weil Lutz, der bis zum Ruhestand berufstätig war, Rente bekommt. „Auch, wenn darüber sein gesetzlicher Vormund verfügt, ist er nicht bedürftig im Sinne unseres Vereins“, erklärt Assmann. „Aber er vertraut mir, ich kann ihn doch nicht alleine lassen.“

Der Verein „Strassenengel“ finanziert sich über Spenden und freut sich über jede Art von Unterstützung – Kleidung, Schuhe, Decken, Hygieneartikel oder Geldspenden sind jederzeit willkommen. Daneben sind die „Strassenengel“ auf der Suche nach Räumlichkeiten, in denen sie Bedürftigen eine feste Anlaufstelle bieten können. Am Sonntag, 27. September, sind Sabine Assmann und ihre Mitstreiter zudem von 12 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Hanau vor Ort, um Essen, Kleidung und Güter des täglichen Bedarfs an Bedürftige zu verteilen. Wer die „Strassenengel“ unterstützen möchte, kann das auch über das Spendenkonto Strassenengel e.V. IBAN: DE18500107000003909995 BIC DEGUDEFF tun, oder sich unter Tel. 0152/34280346 oder 06181/659557 mit dem Verein in Verbindung setzen.




Im Seligenstädter Kurier vom 26.08.15: